Der Schritt von der Diere zum Dreireiher Triere war zwar naheliegend, benötigte jedoch wieder komplizierte Überlegungen, wo die dritte Ruderreihe untergebracht werden sollte. Auch verschärfte dies das Problem mit dem ungünstigen Verhältnis der Ruderlänge innerhalb und außerhalb der Bordwand. Es wird sicher auf unterschiedliche Weise gelöst worden sein. Mal setzte man die oberste Reihe weiter nach innen, meist aber verlegte man wohl das Auflager für die Ruder auf einen Ausbau oder die Verlängerung der zweiten Ruderbänke nach außen. Nach Thukydides I,13 sollen die Korinther als erste Trieren gebaut haben.
Von den Römern gibt es wenig technische Neuerungen zu berichten. Auch sie sind während der gesamten Antike den Meeren gegenüber misstrauisch eingestellt gewesen. Durch die Kriege mit der Seemacht Karthago blieb eine eigene Kriegsmarine jedoch unerlässlich. Ihre fünfreihigen Kriegsschiffe (Penteren) sollen der Sage nach gestrandete Karthagerschiffe zum Vorbild gehabt haben. Dennoch versuchten die Römer dem Seekrieg auszuweichen und ihre Kampftaktik vom Land auf das Meer zu übertragen.
Dazu soll eine besondere Entertaktik entwickelt worden sein: Auf der Back wurde ein 8 Meter hoher Pfahl errichtet, an dem eine schwenkbare, 12 Meter lange Enterbrücke hing. Kam man nahe genug an das gegnerische Schiff heran, ließ man die Brücke auf dessen Deck stürzen. Der eiserne Sporn am Ende der Brücke bohrte sich tief in das Deck und hielt es so fest. Die römischen Landtruppen konnten hinüberstürmen. Nach der Form des Enterhakens benannte man die gesamte Konstruktion den Corvus (Rabe). Allerdings wird die Existenz dieser Enterbrücke vereinzelt angezweifelt und für eine Mär des Polybios gehalten. Möglicherweise gab es diese konstruktionen nur kurzzeitig, da sie sich nicht bewährten, oder es wurden lediglich Enterhaken und Seile zum Heranziehen des Feindes verwendet.9
| © OHH November 1995 / geringe Korrekturen und Ergänzungen Juli 2004 | Elf und Adler Verlag |